Aufruf der Initiative zur Umbenennung der Hochschule und der Studentischen Initiative für einen schönen Hochschulnamen

Liebe Angehörige der Beuth Hochschule für Technik Berlin,

in wenigen Wochen findet das zweite Symposium zu unserem Hochschulnamen statt. Zeitnah soll dann in der Akademischen Versammlung eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob der Name geändert werden soll.

Vor diesem Hintergrund möchten wir, Professor*innen und Studierende, die sich für eine Umbenennung der Hochschule einsetzen, alle Hochschulangehörigen zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema und einer regen Beteiligung am Symposium aufrufen!

Wir sind für eine verantwortungsvolle Erinnerungskultur und für ein zukunftsorientiertes Bild der Hochschule in der Öffentlichkeit. Die Frage, wie unsere Hochschule heißt, ist wichtig! Der Name einer Hochschule – anders als der Name eines Gebäudes oder einer Straße – hat die Funktion eines Markennamens: Der Name soll eine Anziehungskraft entfalten, nämlich auf die Angehörigen der Hochschule, auf unsere Kooperationspartner*innen im In- und Ausland sowie auf zukünftige Studienbewerber*innen, und zwar auch auf diejenigen jüdischen Glaubens! Eine solche Anziehungskraft kann aber von dem Namen Beuth nicht ausgehen, da mit dem Namen Beuth ein extremer Antisemitismus zu verbinden ist – und nicht nur die unbestrittenen Verdienste für die Entwicklung der gewerblichen Bildung. Wir sollten keinen Antisemiten und Rassisten als Sympathieträger vermarkten!

Beuth war ein extremer Antisemit – und zwar nicht nur nach heutigen Maßstäben, sondern auch für seine Zeit. In Beuths Denken und Wirken ergänzten sich Motive eines äußerst rigiden christlichen Antisemitismus (Ritualmord- wie Hostienfrevellegende, Gottesmordvorwurf) und neuartige Formen des völkischen Antisemitismus, die auch Vernichtungsphantasien umfassten. Beuth hat als Mitglied des preußischen Staatsrats gegen die rechtliche Gleichstellung der Juden im Jahr 1812 gewirkt.

Im Leitbild unserer Hochschule heißt es, „die Hochschule (begreift es) als ihre vorrangige Verpflichtung, gesellschaftliche Schranken zu überbrücken, Vorurteile abzubauen sowie den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern. Sie leistet damit ihren Beitrag zu einer humanen Gemeinschaft.“ Denken und Wirken Beuths stehen in krassem Gegensatz zu diesem Leitbild.

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen, sprechen Sie uns an – vor, während oder nach dem Symposium! Gern kommen wir auch in Lehrveranstaltungen oder in Ihre Abteilungen, um über das Thema zu informieren und mit Ihnen zu diskutieren!

Wir, das sind:

 

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf den Webseiten der genannten Initiativen sowie auf www.beuth-hochschule.de/beuth