Forschung


Arbeitsschwerpunkte

Theorien und Praktiken des »Weiterbauens«
Architektur und Wertewandel
Metropolenvergleich Berlin-Seoul

Begriff, Methoden, Felder der »Architekturwissenschaft«
Sammeln als »Werkzeug des Entwerfens«
Begriff und Methoden »Reflexiver Entwurfsforschung«

(Historische) Medien der Architektur und Kunst, Kritik und Vermittlung
Geschichte des Wohnens
Kulturtechnik des Reisens als Inspirationsquelle in der Architektur



Aktuelle Projekte

Seit 2017 – Kulturelle und Technische Werte historischer Bauten
Mit-Antragstellerin im DFG-Graduiertenkolleg 1913 der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus


International – Seoul – Berlin City Dialogues (DAAD)
Comparative Evaluation of Architectural and Urban Performance in the Contemporary Urban Strategies of Berlin and Seoul [together with J. Miller Stevens und G. Weckherlin, BTU Cottbus-Senftenberg] – Partner Seoul National University (SNU)
The cities of Berlin and Seoul, though hardly comparable in size, share a common history as cities of tremendous postwar reconstruction, capitals of divided nations and as cities of rapid growth and global rise. Architectural culture in cities plays a key role in implementing contemporary urban strategies. Now the interrelationship between urban strategy and architectural culture needs to be understood more clearly and fully. Thus, this study focuses on the Berlin Strategy and the Seoul Plan as the current city strategies (or urban basic plans) in Germany and Korea, with 2030 being the common target year. The aim of this study is to identify the spatial characteristics of urban strategies, to monitor and evaluate the contents of architectural plans, and possibly to suggest alternatives.


In Vorbereitung – Bildgebrauch im Architekturentwerfen
Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Frage, wie sich die ‚Entwurfsfähigkeit‘ von Bildern, die als gesammelte, vorbildliche Referenzen in den Designprozeduren der Architektur häufig zur Anwendung kommen, feststellen, untersuchen und systematisieren lässt. Untersuchungsgegenstände sind historische wie gegenwärtige Fallbeispiele und dabei deren Bildgebrauch, die Anlage, die Strukturierung und die Nutzung von Bildersammlungen beim Entwerfen.

Im Zuge dieses Projektes wird eine Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen-Stelle zur Promotion besetzt. Der Themenhintergrund des Projekts ist im Folgenden näher beschrieben:

Entwufsdinge 2019; 416 / gta Archiv, ETH Zürich

Promotionsprojekt - Architektur und Referenz. Re-Use von Material und Motiv
Die ‚Wiedernutzung‘ des Motivschatzes der (Geschichte) der Architektur kann als ein konsistentes Leitthema des Entwerfens angesehen werden. Architektur agiert als angewandte Kunst und Technik immer in einem Netzwerk aus Bezügen und Referenzen, da sie einerseits auf den Bestand und seine Vorgaben reagieren muss und da sie sich andererseits als künstlerische Disziplin in einem determinierenden kulturgeschichtlichen Rahmen bewegt.

In der Gegenwartsarchitektur und insbesondere im Bereich des Bauens im Bestand beobachten wir derzeit wieder einmal eine hohe Konjunktur in der Verarbeitung von Referenzen: Dabei ist bemerkenswert, dass das Berufen auf Bestehendes, das Bekennen zu Vor- oder Bezugsbildern nicht entgegen dem Innovationswillen, dem Paradigma des Neuschaffens von Entwerferinnen und Entwerfern stehen muss, sondern im Gegenteil, auch im Sinne der ‚Kreislaufwirtschaft‘ der Motive und Materialien dieses als zukunftsleitend weil ressourcenschonend angesehen wird.
Das Forschungsprojekt soll sich konkret einem Aspekt des Re-Use widmen, dem fachspezifischen, fallbeispielbasierten Bildgebrauch im Entwerfen, der mit wiederkehrenden Motiven arbeitet. Es zählt zu den überzeitlichen Methoden künstlerischer, architektonischer, also entwerfender Praxis, dass Bilder Mittel und Werkzeuge sind, um begründete Referenzen herzustellen und konzeptionell zu verarbeiten. Doch unterscheiden sich die Grade des Bekenntnisses zum (Vor-)Bild als Referenz und als Entwurfsgrundlage zu unterschiedlichen Zeiten deutlich. Heute sind es vor allem digital produzierte und/oder verfügbare Bilder, die in allen Entwurfs- und Bauphasen eine Rolle spielen. Bilder - als vorgängige, begleitende, vermittelnde sowie die Rezeption steuernde Referenzen - werden in frühen Entwurfsstadien als Inspirationsmittel oder Formanreger genutzt, sie erzeugen Vorstellungsräume und dienen als wichtiges Werkzeug zur Überzeugung der Auftraggeber*innen und der Öffentlichkeit.

Zwei grundsätzliche Forschungsfragen dieses Projektes sind demzufolge:

  • Wie lässt sich die ‚Entwurfsfähigkeit‘ von Bildreferenzen feststellen, untersuchen und systematisieren?
  • Und wie beeinflusst die ubiquitäre (digitale) Verfügbarkeit der (Vor-)Bilder das Entwurfsdenken und -handeln?


Methodische Fragen:

Forschungsgegenstände sind gegenwärtige, aber auch historische Entwurfs- und Planungsbeispiele, die in sinnstiftende, bewältigbare Kontexteinheiten gruppiert und auf bestimmte Bildgebräuche hin untersucht werden sollen. Folgende vier Leitthemen (Bildverwendungspraxen) geben den Rahmen vor, um Vertiefungsfragen an das Forschungsmaterial zu stellen, mit denen sich die Doktorandin oder der Doktorand auseinandersetzen soll:

  • Konstitutive Praxen
    Welches Erkenntnisinteresse verfolgen Architekt*innen beim Heranziehen von Motiven? Aus welchen historischen, kulturellen und materiellen Kontexten werden die Bilder und Motive entnommen? Wie werden sie gesammelt, archiviert und für die Entwurfspraxis zugänglich gemacht und bereit gehalten?
  • Kognitive Praxen
    Wie beeinflussen das Kategorisieren und Zuordnen von Vorbildmotiven das nachfolgende Entwurfshandeln? Welche Medienformen spielen dabei eine Rolle? Welche Erkenntnisprozesse stecken in Bildvergleichen?
  • Künstlerische Praxen
    Welche Übersetzungsleistungen im Sinne künstlerischer Operationen geschehen vom Vorbild zum Entwurf? Wie werden Dimensionswechsel von 2D zu 3D vorgenommen?
  • Repräsentierende Praxen
    Wie beeinflussen Bilder bereits während oder nach Ende eines Bauprozesses die Rezeption des Projektes? Welche Bildstrategien kommen in der Vermittlung komplexer oder kontroversieller Vorhaben zum Tragen?

Für alle vier Gebrauchsarten sind auch bauhistorische Fundierungen in die Erforschung miteinzubeziehen, die entweder dazu dienen können, jeweilige Traditionslinien aufzuzeigen oder gegenteilig, den gegenwärtigen Bruch mit eingeübten Praxen zu konstatieren.

Zur aktuellen Stellenausschreibung: Link

Inhaltliche Rückfragen an: evamaria.froschauer[at]beuth-hochschule.de